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Hochwasserschutzprojekt

Spatenstich für Hochwasserschutzprojekt

 

Am Unterlauf der Bregenzerach zwischen Kennelbach und der Bodenseemündung bauen die Anrainergemeinden Hard, Bregenz, Lauterach, Kennelbach und Wolfurt gemeinsam mit Land und Bund bis 2024 in drei Bauetappen die Hochwassersicherheit aus. Gleichzeitig erhalten Natur und Mensch mehr Raum und es werden neue Möglichkeiten der Naherholung geschaffen.

Die Bregenzerach zwischen Kennelbach und Bodensee ist wertvoller Lebensraum, Erholungsgebiet und Energielieferant, aber auch stetige Gefahrenquelle für den angrenzenden Siedlungs- und Wirtschaftsraum. „In den letzten 20 Jahren hat die Bregenzerach drei Mal historische Hochwasserstände erreicht“, führte Kennelbachs Bürgermeister Peter Halder, Obmann des eigens gegründeten Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf, beim Spatenstich am 22. Oktober aus. Am 23. August 2005 wurde mit 1.350 Kubikmeter Durchfluss pro Sekunde der absolute Höchstwert der letzten Jahrzehnte verzeichnet – damals waren die Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft.

Schutz erhöhen, Risiken minimieren
Die mit dem Spatenstich angelaufenen baulichen Maßnahmen zielen darauf ab, den Schutz für die vor Ort lebende Bevölkerung und des unmittelbaren Lebensraums zu erhöhen und Risiken zu minimieren. Für die ersten drei Bauabschnitte von 2020 bis 2024 sind Investitionen in Höhe von rund 15,5 Millionen Euro vorgesehen. Tatkräftig unterstützt werden die Gemeinden vom Bund – dieser finanziert 85% der Kosten – und vom Land Vorarlberg. Den Rest schultern die fünf Anrainergemeinden Hard, Bregenz, Lauterach, Kennelbach und Wolfurt.

Nachhaltigkeit als roter Faden
Ein größtmöglicher Schutz von Natur und Umwelt sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit waren wichtige Faktoren bereits bei der Projektplanung, die unter Federführung der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Vorarlberger Landesregierung erfolgte. Dafür wurden auch ausgewiesene Fachleute aus den Bereichen Ökologie, Naturschutz, Trink- und Grundwasser, sowie Fischerei intensiv eingebunden. „In diesem gemeinsamen Großprojekt werden intelligente Lösungen realisiert, die Hochwasserschutz, Ökologie, Naherholung und den Schutz von Grund- und Trinkwasser bestmöglich vereinen“, betonte Wasserwirtschafts-Landesrat Gantner beim Spatenstich.

Rasche Räumung im Hochwasserfall
In allen Bauphasen wird darauf geachtet, dass der Hochwasserschutz erhalten bleibt. So wird der Damm beispielsweise nur kleinräumig geöffnet. Zudem werden Bregenzerach und ihre Zuflüsse laufend beobachtet. Im Fall eines drohenden Hochwassers kann die Baustelle innerhalb von nur drei Stunden geräumt werden. Um zu vermeiden, dass der Grundwasserspiegel bei erhöhten Abflüssen der Bregenzerach zu sehr ansteigt, werden im betroffenen Flussabschnitt umfangreiche Maßnahmen getroffen. So sind etwa der Einbau einer Dichtmatte und die Errichtung von fünf Pumpwerken zur Grundwasserabsenkung vorgesehen.

Was bringt das Hochwasserschutzprojekt Bregenzerach Unterlauf?
. Besserer Hochwasserschutz für Menschen, Siedlungsräume und Industrie
. Die Mündung der Bregenzerach kann sich dynamischer und freier entwickeln
. Fische können in Zukunft einfacher flussaufwärts schwimmen
. Weite Strecken der Ufer werden flacher und somit leichter begehbar
. Der bestehende Lehrpfad wird verlängert, neue Aussichtspunkte werden geschaffen