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Schutzwasserbau

 
Schutzwasserbau

Wasser ist eine der wesentlichsten Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Gleichzeitig sind aber die Gewässer auch eine ständige Gefahrenquelle für die Menschen.

Sehr früh wurde daher "Wasserbau" angewandt, um die Risiken für die Menschen zu reduzieren. Vorrangige Ziele des Schutzwasserbaues sind: 

- Schutz des Menschen für "Leib und Leben" 
- Minimierung von Sachschäden 
- Erhaltung/Verbesserung des ökologischen Zustandes der Gewässer 
- Flussgebietsbezogene Betrachtung 
- Effizienter Ressourceneinsatz 

Neben der Verantwortung der Schutzwasserwirtschaft der öffentlichen Hand kommt aber auch der betroffenen Bevölkerung eine besondere Verantwortung in Form der Eigenverantwortung zu. 

Hochwasserschutz
Die Marktgemeinde Hard wurde immer wieder durch hohe Wasserwasserspiegel des Bodensees bedroht bzw. in den See nahen Bereichen überflutet. Das Hochwasserereignis 1999 mit einem Bodenseewasserstand von 397,81 müA führte letztendlich dazu, dass ein umfassender Hochwasserschutz für die Marktgemeinde Hard durch die Planungsgemein-schaft DonauConsult Zottl&Erber, Wien, ILF-Dornbirn, BOKU Wien und Arch. Potyka, Wien geplant und in den Jahren 2001 bis 2006 realisiert wurde. 

Die Gesamtausbaulänge entlang des Bodenseeufers beträgt ca. 3,00 km, wobei der größte Teil als Geländeaufhöhungen und Betonmauerbereiche gebaut wurden und die restlichen Bereiche sind als mobiler Hochwasserschutz (Quick-Bloc und System Aquastop) gestaltet sind. Insgesamt wurden 9 Pumpwerke verschiedener Größenordnung und 2 Dammbalkenverschlussbauwerke errichtet.

Im Rahmen der Hochwasserschutzbauten wurden der Bereich "In der Au" mit eigenen Grundwasserpumpwerken und ökologische Begleitmaßnahmen am "grünen Damm" umgesetzt. Zusätzlich wurden Uferbegleitmaßnahmen zur Verbesserung des Ortsbildes, der Hafengestaltung und der Infrastruktureinrichtungen mit ausgeführt (diese Aufwände wurden zu 100% von der Marktgemeinde Hard finanziert). 

Die Hochwasserschutzanlagen wurden auf die Schutzhöhe von 398,50 müA ausgebaut und sind damit um ca. 70 cm höher als der höchste Bodenseewasserspiegel im Jahr 1999. Die Gesamtbaukosten von brutto ca. 6,17 Mio € wurden durch die Republik Österreich (62%), Land Vorarlberg (28%) und Marktgemeinde Hard (10%) finanziert. 

Hinweise für geplante Bauvorhaben 
Erkundigen Sie sich vor dem Erwerb oder der Errichtung von Gebäuden über Naturgefahren an diesem Grundstück im Bauamt. Informationen über das Gefährdungspotential mancher Grundstücke finden Sie auch in den Gefahrenzonenpläne der Abteilung Wasserwirtschaft der Vlbg. Landesregierung.

In Gefahrenbereichen sind private Vorkehrungen mittel- bis langfristig in jedem Fall günstiger als die Sanierung im Schadensfall. Die wichtigsten baulichen Maßnahmen in gefährdeten Bereichen sind auftriebssichere Dichtwannen unter den Objekten, Verzicht auf das Kellergeschoss, das Bauen auf Stützen und die sorgfältige Ausführung der Installationsöffnungen. 

Sehr wichtig ist auch, dass Stromverteiler höher situiert werden und elektrische Anschlüsse im Untergeschoss endabschaltbar ausgeführt werden. 

Gefahrenzonenpläne / Gewässerbetreuungsgesetz 
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Schutzwasserwirtschaft ist die Erarbeitung von Gefahrenzonenplänen. Diese sind fachliche Unterlagen über die durch Überflutungen, Vermurungen und Rutschungen gefährdeten Gebiete sowie über jene Bereiche, die für Schutzmaßnahmen frei zu halten sind oder für die eine besondere Art der Bewirtschaftung erforderlich ist und dienen als Grundlage für Alarmpläne sowie für Planungen, Projektierungen und Gutachten. 

Für die Marktgemeinde Hard existiert ein Gefahrenzonenplan, welche jedoch lt. Angabe der Abteilung Wasserwirtschaft der Vorarlberger Landesregierung in nächster Zeit überarbeitet werden soll. Ebenso sind für die großen Vorfluter (Bregenzerache u. Dornbirnerache) Ge-wässerbetreuungskonzepte erstellt bzw. in Arbeit. 

Darin werden die konkreten Maßnahmen für die Erhaltung bzw. Erhöhung der Hochwassersicherheit und evt. ökologische Begleitmaßnahmen beschrieben. 

Zu den obigen Themen stehen Ihnen vielerlei Informationsunterlagen bei der Abteilung Wasserwirtschaft der Vlbg. Landesregierung, Josef-Huter-Strasse 35, Bregenz zur Verfügung. Eine ausführliche Broschüre zum Thema Hochwasser und Gebäudeschutz erhalten Sie unter Dokumente.

Dokumente