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Bregenzerach

Meilenstein bei Hochwasserschutz an Bregenzerach erreicht

 

Die Bagger und Muldenkipper sind abgezogen, Natur und Fluss stehen wieder im Vordergrund: Mit einer Pflanzaktion mit Schulkindern wurde im April beim Hochwasserschutzprojekt an der Bregenzerach der Abschnitt Bodenseemündung bis Harder Brücke fertiggestellt. Auch der Grundwasserbrunnen in Hard ist wieder in Betrieb.

Die fünf Anrainergemeinden Hard, Bregenz, Lauterach, Kennelbach und Wolfurt freuen sich mit Land und Bund über die Fertigstellung des wichtigen Abschnitts des Großprojektes. Die Kennelbacher Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel als Obfrau des „Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf“ dankt stellvertretend allen Beteiligten für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, sowie den Anrainern und der Bevölkerung für deren Interesse und Akzeptanz.

Mehr Raum für Fluss und Natur
Das Flussbett der Bregenzerach zwischen Harder Brücke und Bodensee ist jetzt deutlich breiter: Wasser und Natur haben durch die neue Lage des Dammes auf Harder Seite nun viel mehr Raum. Das Besondere: Wie der Mündungsbereich konkret aussieht, gestaltet die Bregenzerach jetzt selbst. Im wahrsten Sinn des Wortes für die Fische ist eine Fischtreppe in der Sohlrampe, die auch bei Niedrigwasser funktioniert.

Auch die neuen Dammflächen sind bereits wieder bepflanzt: Schulklassen aus verschiedenen Gemeinden haben mit Gärtnerinnen und Gärtnern an mehreren Tagen 2.500 standortgerechte Triebe gesetzt. Stieleiche, Schwarzerle, Holunder, Silberweide und Schneeball sind nur einige der insgesamt fünf verschiedenen Baum- und acht Strauchsorten, welche die Grundlage für einen neuen Auwald bilden. Bis in einigen Jahren wird dieser herangewachsen sein. Die Gemeinde Hard dankt den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Mittelweiherburg und der Schule am See, die bei der Pflanzaktion mitgewirkt haben.

Mehr Raum für Fluss und Natur
Das Gebiet, wo die Bregenzerach in den Bodensee mündet, ist einer der wertvollsten Naturräume Mitteleuropas. Ein speziell entwickeltes Wegekonzept ermöglicht es jetzt, hier Besonderheiten der Natur besser und rücksichtsvoller zu erleben. Aussichtsplattformen unterstützen beim Beobachten von Details und Stimmungen, Infotafeln geben wertvolle Hinweise. 

Wichtig war und ist die Rücksicht auf die Natur – manche Bereiche brauchen Ruhe. Im Gegenzug sind die Ufer der Bregenzerach bis hinauf zur Harder Brücke jetzt auf beiden Seiten in vielen Bereichen besser begehbar – ein wertvoller Beitrag für die Naherholung am Wasser.

Wie geht es weiter mit dem Hochwasserschutz?
'Bei den Arbeiten für den Bereich zwischen der Mündung in den Bodensee und der Harder Brücke ist es nicht nur gelungen, den Kostenrahmen zu halten, sondern auch den Zeitplan zu beschleunigen, da nach der Fertigstellung der Etappe auf Bregenzer Seite, die zwei Bauetappen auf Harder Seite zu einer zusammengelegt werden konnten. Nach aktuellem Stand wird es daher bis 2025 außer erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen keine größeren Bauarbeiten am Unterlauf der Bregenzerach geben.

Für den Baustart beim nächsten Abschnitt zwischen Harder Brücke und Wehr Kennelbach 2025 haben die Vorbereitungen bereits begonnen, mit Unterstützung der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Die großen Umweltprüfungen sind soweit abgeschlossen, derzeit laufen Voruntersuchungen u. a. für Limnologie und Ökologie. Sobald die Ergebnisse daraus vorliegen, wird die Gesamtplanung in Auftrag gegeben. Unterlagen für eine breitere Vorstellung und Diskussion werden voraussichtlich 2023 vorliegen, danach folgen die Bewilligungsverfahren.