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Bregenzerach

Hochwasserschutz an der Bregenzerach: Baumfällungen nötig

 

Am 20. September startete der nächste Bauabschnitt für den Hochwasserschutz am Unterlauf der Bregenzerach. Zwischen Radbrücke und Harder Brücke wird der Damm auf Harder Seite rund 30 Meter landeinwärts verlegt. Damit verbundene Baumfällungen sind leider notwendig, damit die Bregenzerach mehr Platz erhält und die Abflusskapazität bei Hochwasser steigt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis April 2022. Am 8. Oktober sind Interessierte zu einer Bau-Information eingeladen.

Nach der erfolgreich im Zeit- und Kostenplan umgesetzten ersten Bauphase auf Bregenzer Seite – hier ist vieles bereits wieder an- und zugewachsen – geht es nun auf der Harder Uferseite weiter. Die Niedrigwasserphase der kommenden Monate bietet dafür die entsprechenden Voraussetzungen.

Verlegung des Dammes erhöht Abflusskapazität bei Hochwasser
Im Unterschied zur Bregenzer Seite, wo der bestehende Damm gefestigt wurde, wird auf Harder Seite der Damm abgetragen und rund 30 Meter landeinwärts verlegt. Die Ufersicherung erfolgt über sogenannte Buhnen aus Flussbausteinen, die größtenteils vorhanden sind und wiederverwendet werden können. Auch anderes Material wird auf der Baustelle aufbereitet und wieder eingebaut. Das reduziert die Zahl der notwendigen Transporte von und zur Baustelle auf ein Minimum. 

Im Zuge der Dammverlegung müssen auch Baumrodungen durchgeführt werden, die im Sinne des Hochwasserschutzes leider alternativlos sind. Denn nur so kann der Bregenzerach notwendiger Raum zurückgegeben, die Abflusskapazität um 30% erhöht und damit der nötige Schutz bei Hochwasser gewährleistet werden. Gleichzeitig werden aber auch ökologische Maßnahmen umgesetzt, die  eine Aufwertung des betroffenen Gebietes bedeuten. Lesen Sie dazu auch den untenstehenden Kommentar von DI Dr. Walter Fitz, Obmann des Ausschusses für Klima & Umwelt der Gemeinde. 

Sperre des Rad- und Fußwegs sowie des Grillplatzes 
Für den zweiten Bauabschnitt wurde für Lkw eine Zufahrt über die Hofsteigstraße und Walserstraße eingerichtet. Der Achweg am Damm auf Harder Seite der Bregenzerach muss für die gesamte Bauzeit – vom 20. September bis voraussichtlich Ende April – für Fußgängerinnen und Fußgänger, sowie für Radlerinnen und Radler gesperrt werden. Ebenfalls gesperrt ist der Grillplatz.

Einladung zur Bau-Information am 8. Oktober
Am 8. Oktober laden die Gemeinden des Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf Interessierte zwischen 16 und 18 Uhr zu einer Bau-Information auf der Radbrücke Bregenz-Hard ein. Die Veranstaltung wird gemäß den zu diesem Zeitpunkt geltenden Corona-Bestimmungen umgesetzt. Informationen zum Bauverlauf gibt es regelmäßig auch im Internet unter wasserverband-bregenzerach.at.

Generationenprojekt
Mit dem auf mehrere Jahre angelegten Bauprojekt verbessern die fünf Anrainergemeinden Hard, Bregenz, Lauterach, Wolfurt und Kennelbach gemeinsam mit Land und Bund den Hochwasserschutz am Unterlauf der Bregenzerach. Die Ökologie spielt dabei eine zentrale Rolle, Fluss und Natur erhalten mehr Raum. Begleitend wurde bereits die Trinkwasserversorgung der Region über einen Notverbund gestärkt. Auch entstehen neue Möglichkeiten für die Naherholung: Die Ufer werden leichter begehbar gestaltet, die Naturlehrpfade erweitert und Aussichtsplattformen eingerichtet. Die Basis für diese Maßnahmen ist ein umfassendes „Gewässerentwicklungskonzept“, kurz GEK.

Kommentar von DI Dr. Walter Fitz, Obmann Ausschuss für Klima & Umwelt:
„Niemand möchte eine Hochwasserkatastrophe mit hunderten Todesopfern, wie sie diesen Sommer an der Ahr in Deutschland geschehen ist, verantworten müssen. Die Bregenzerach zwischen Kennelbach und der Mündung in den Bodensee war vor ihrer Regulierung ca. zwei- bis dreimal so breit, wie heute. Durch die Maßnahmen wird dem Fluss wieder Raum zurückgegeben. Dass dafür Bäume gefällt werden müssen, ist aus Sicht des Hochwasserschutzes leider alternativlos. Der wertvollste, natürlichste Teil des Auwaldes an der Harder Seite befindet sich unter halb der Fahrradbrücke und ist von den Maßnahmen nicht betroffen. Aus ökologischer Sicht wird ein Teil der sekundären Au (vom Menschen teilweise mit standortfremden Kiefern aufgeforstet) in Überflutungsflächen mit Weichholzau-Charakter übergeführt. Aus fluss- und fischökologischer Sicht sind die Maßnahmen deshalb als Aufwertung zu sehen. Wir sollten uns deshalb nicht von dem Bild gefällter Bäume leiten lassen, sondern von der aufgeweiteten Ach, nachdem sie wieder ergrünt ist.“