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Ein schwimmendes Seewasserbecken für das neue Strandbad

 

Die Harder Gemeindevertreterinnen und -vertreter haben sich in ihrer Sitzung am 22. September in einer breiten Diskussion mit mehreren Abstimmungspunkten auf die Detailplanung des neuen Harder Strandbades geeinigt.

Bei der Planung des neuen Harder Strandbades soll das Naturerlebnis Binnenbecken im Vordergrund stehen. Dem trägt u. a. ein im See schwimmendes, zwei Meter tiefes Becken Rechnung, welches am Bodensee einzigartig ist. Ergänzt mit Sprungtürmen am Holzsteg ins Binnenbecken wird so eine Verbindung geschaffen zwischen Schwimmen im Becken und Schwimmen im See. Da das Seebecken vom Seewasser durchströmt wird, kann auf die Verwendung von Chemikalien verzichtet werden und auch der Trinkwasserverbrauch fällt hier weg.

Ein Strandbad für alle Generationen
Neben dem Schwimmbecken im See beinhaltet das nach Alter und Nutzung abgestufte Beckenkonzept auch ein (Klein-)Kinderbecken und ein Erlebnisbecken. Das Kinderbecken wird neu gestaltet, lieb gewonnene Attraktionen, wie beispielsweise den Wasserpilz soll es aber weiterhin geben, ebenso eine Rutschenanlage. 

Das Erlebnisbecken soll im Vergleich zum Vorentwurf breiter realisiert werden, somit flächenmäßig wachsen, gleichzeitig aber einen verringerten Tiefenverlauf mit einer Wassertiefe von 60 bis 125 cm aufweisen. Der flachere Bereich eignet sich beispielsweise, um Kinderschwimmkurse abzuhalten, während im tieferen Bereich auch geübtere Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Bahnen ziehen können. Neben dem Erlebnisbecken soll eine Großwasserrutsche mit eigenem Auslaufbecken entstehen.

Baumbestand bleibt erhalten
Auch Bauten, wie die Umkleiden und Sanitäranlagen, werden allesamt neu gebaut. Der bestehende Baumbestand hingegen bleibt erhalten und wird hier und da um weitere „Schattenspender“ ergänzt. Angedacht ist zudem eine längere Öffnung des hinteren Strandbadbereiches, damit Beachvolleyball auch nach Saisonschluss im Herbst möglich wird. 

Demokratische Abstimmung brachte klare Entscheidungen
Die nunmehrigen Pläne sind das Ergebnis der Sitzung der Gemeindevertretung am 22. September. In der Sitzung wurden zunächst anhand des Vorentwurfs abgegebene Rückmeldungen von Strandbadbesucherinnen und -besuchern präsentiert und mit dem Planer Hagen Pohl diskutiert. Bei vielen Punkten, die den Besucherinnen und Besuchern wichtig sind, herrschte auch bei allen Gemeindevertreterinnen und -vertretern Einigkeit.

Im weiteren Verlauf der Sitzung ließ Bgm. Martin Staudinger nach eingehender Debatte in einem offenen, demokratischen Prozess über jene Wünsche der einzelnen Fraktionen abstimmen, bei denen kein vollständiger Konsens bestand. Die konkreten Abstimmungsfragen wurden zuvor gemeinsam mit allen Fraktionsobleuten formuliert. Der Verzicht auf das Seebecken und auf die (Sunset-)-Stufen wurde etwa abgelehnt, die Errichtung des Seebeckens mit zwei Metern Tiefe und Boden sowie die Vergrößerung des Erlebnisbeckens wiede-rum mehrheitlich angenommen.

„Mit dieser Vorgangsweise sind wir ohne vorgefertigten Beschlusstext ergebnisoffen in die Debatte gegangen, und ich habe jeder Fraktion ermöglicht, ihre Anliegen offen abstimmen zu lassen. Damit konnten wir nun dem Planer eine mehrheitliche Gesamtmeinung, wie das neue Strandbad gestaltet werden soll, mit auf den Weg geben“, so der Bürgermeister.

Nachhaltig, zukunftsorientiert und leistbar
Mit dem Beckenneubau wird der Trinkwasserverbrauch, Chloreinsatz und Energieverbrauch deutlich verringert. Dies war auch ein wesentlicher Teil der Diskussion und Entscheidungsgrundlage für viele Mandatarinnen und Mandatare, sich nicht für eine Sanierung der desolaten Altbecken mit unklarer Restlebensdauer auszusprechen, sondern der Neukonzeption den Vorzug zu geben. 

Die alten Becken sind nicht mehr genehmigungsfähig, und eine Sanierung würde, neben der ungewissen Lebensdauer, die Vorteile der Energieeffizienz und des geringeren Wasser- und Chloreinsatzes unmöglich machen. Die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des neuen Strandbades stand aber für die Mehrheit der Gemeindevertreterinnen und -vertreter an vorderster Stelle. 

In Zeiten von Energiekrisen soll das neue Strandbad Energie aus der Sonne beziehen, sowohl zur Stromerzeugung, wie auch zur Erwärmung der Becken in der Übergangszeit. Im Winter wird das Strandbad sogar Strom exportieren und andere Harder Gemeindeeinrichtungen mit Sonnenstrom versorgen. Auch die Betriebskosten und Eintrittspreise sollen damit ihm Rahmen gehalten werden.

Start im Herbst 2023
Mit der Umsetzung des bodenständigen, zukunftsfitten und nachhaltigen Konzepts wird der erfahrene Strandbad-Planer Hagen Pohl beauftragt, der u. a. bereits den Umbau des VAL BLU in Bludenz durchführte. Der Startschuss für den Umbau soll im September 2023 erfolgen.