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Eröffnung

25 Jahre Harder Rathaus

 

Am 1. Juni 1996 wurde das neue Rathaus der Marktgemeinde Hard feierlich eröffnet. Zum Festakt kamen neben viel Prominenz auch Vertreter der Harder Partnergemeinde Bagnoli di Sopra. Sie brachten 300 Liter Wein mit, der bei diesem freudigen Anlass aus dem neuen Rathausbrunnen floss.

Bevor Hard im Rahmen der bayrischen Herrschaft und den damit einhergehenden Reformen eine eigenständige Gemeinde wurde oder geworden war, gab es besonders in kleinen Dörfern kein Gebäude für ihre Gerichts- und Verwaltungsaufgaben. Nicht ungern wählten die Dorfbewohner deshalb Wirte zu ihren Vorstehern (Bürgermeistern), denn diese hatten in ihren Häusern ausreichend Platz für eine Gemeindestube und Versammlungen.

Vom Geschäftslokal zum Rathaus
Die erste „richtige“ Gemeindestube war im alten Schulhaus, der heutigen Musikschule, in der Kirchstraße 10 untergebracht. Bis 1923 die Gemeinde das Haus von Josef Haltmaier an der Hofsteigstraße 1 (heute Café Mangold) erwarb. Das ehemalige Geschäftslokal wurde umgebaut und ab 1925 als Gemeindeamt genutzt. Mehrere Umbauten folgten. Sogar die Wohnungen im Obergeschoß wurden als Amtsräume adaptiert. Außenstellen mussten geschaffen werden, um den steigenden Platzbedarf abdecken zu können. So entstanden im ehemaligen Gasthaus Post (Hofsteigstr. 7) sowie in der einstigen Schreinerei Früh (Hofsteigstr. 20) Büros für das Bauamt. Das Trauungszimmer wurde in der Musikschule untergebracht.

Die starke Bevölkerungsentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und die gewachsenen Aufgaben ließen das alte Rathaus aus allen Nähten platzen. Lange Zeit war es nicht möglich, an einen Neubau zu denken, da andere Projekte die vorhandenen Ressourcen verschlangen.

Projekt „Neues Rathaus“
Die spürbare Verbesserung der Finanzlage nach der Volkszählung 1981 ermöglichte es, in den nächsten Jahren das Projekt „Neues Rathaus“ in Angriff nehmen zu können. Geprüft wurde zuerst die Möglichkeit, den bestehenden Bau zu erweitern. Ebenso wurden verschiedene neue Standorte im Ortszentrum diskutiert, z. B. das von der Gemeindevertretung favorisierte 1.500 m² große Gelände in der Kirchstraße (Pfarrwiese neben der Musikschule), das sich aber im Besitz der Pfarre befand. Sie zeigte aber keine große Verkaufsbereitschaft. 

Im Gespräch war ebenfalls ein gemeindeeigenes Grundstück hinter dem Seezentrum. Nach langen Debatten einigte man sich schlussendlich auf das 1989 von den Geschwistern Blenk und Birnbaumer in der Marktstraße angekaufte Grundstück. Ein geschichtsträchtiger Ort. Denn die Marktstraße (oder Judengasse) war früher die zentrale Straße durch das Ortszentrum. 

Ein neues „Schiff“ für Hard
1991 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Aus den 21 eingereichten Vorschlägen wurde das Projekt der Gruppe Fab 02 (Architekt A. Arzberger mit seinen Projektpartnern Thomas Klas und Christian Lässer) als Sieger gekürt. Sie präsentierten einen markanten Baukörper, der an ein Schiff erinnert und nach Ansicht der Fachjury die Anforderungen an ein modernes Verwaltungsgebäude am besten löste. Das „Schiff“ passte sich außerdem bestens der langgestreckten Grundstücksform an. 

Da der Eingang in einem seitlichen Zubau liegt, ist das Gebäude zentral erschlossen. Die Halle im Erdgeschoß kann für Veranstaltungen und diverse Anlässe genutzt werden. Das Gebäude ist eine Konstruktion aus Stahl und Stahlbeton und erhielt eine für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Blechfassade. Da schon vor 25 Jahren Parkplätze im Ortszentrum rar waren, wurde eine Tiefgarage mit 40 Parkplätzen mitgeplant. Der Neubau sollte insgesamt 3.560 m² Geschoßfläche aufweisen, wovon 1.250 m² auf Büroflächen entfallen sollten. Platz im Neubau fand auch der Gendarmerieposten Hard.

Siegergrojekt kam gut an
Das Ergebnis des Architekturwettbewerbs „Neues Rathaus Hard“ wurde im Rahmen einer zweitägigen Ausstellung den Bürgern zugänglich gemacht. Eine Umfrage ergab, dass das Siegerprojekt sehr gut ankam. Diese Gelegenheit wurde auch genutzt, um nachzufragen, was für die Harderinnen und Harder die wichtigsten Aufgaben eines Rathauses sind. Am häufigsten wurde der Wunsch nach einer zentralen Informationsstelle genannt, kurze Amtswege, kompetente Beratung, rasche Abwicklung, zentrale Formularausgabe, diskrete Besprechungszonen sowie ausreichend Parkplätze.

Im April 1994 wurde von der Gemeindevertretung nach jahrelangem Streit um Kosten und Architektur der Beschluss gefasst, das neue Rathaus in der Marktstraße 18 zu errichten. Als Kostenrahmen wurden 100 Millionen Schilling (7.267.283,42 Mio. Euro) festgesetzt. 50 Mio. sollten angespart und der Rest im Leasingverfahren finanziert werden. 

Zwei Jahre Bauzeit
Am 1. Juni 1994 erfolgte der Spatenstich. Bgm. Gerhard Köhlmeier hatte für diesen Anlass das Werkzeug geliefert. Auf dem nebenstehenden Bild zu sehen sind: (v.l.) Mag. Albin Arzberger, Mag. Thomas Klas, Gendarmeriepostenkommandant Edi Ortner, Gemeindesekretär Dr. Franz Pototschnig, Bauleiter Franz Kainz, Bürgermeister Gerhard Köhlmeier und Gemeinderat Paul Wackerle

Nach einer Bauzeit von fast genau zwei Jahren, wurde der Neubau schließlich am 1. Juni 1996 in Anwesenheit des damaligen Landeshauptmannes Martin Purtscher, sowie des Landesstatthalters Herbert Sausgruber feierlich eröffnet und von Pfarrer Georg Meusburger eingeweiht.

Nicole Ohneberg,
Gemeindearchivarin

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